1917

Geplant ab 20.02.20

Sam Mendes kann Arthouse („American Beauty“) und Blockbuster („Skyfall“, „Spectre“). Jetzt hat er ein Kriegsdrama inszeniert. In den Wirren des Ersten Weltkriegs schickt er zwei britische Soldaten tief in Feindesland, um eine schriftliche Botschaft zu überreichen. Ein Brief, der 1600 Leben retten kann.

Das Besondere: Mendes hat seinen Film in einer einzigen Aufnahme gedreht – ohne Pause, ohne Schnitt. So gleitet die elegante Kamera durch die Schützengräben und nimmt den Zuschauer quasi mit.  Das ist ebenso spannend wie bildstark, ebenso genial wie überwältigend gemacht. In kleinen Nebenrollen sind Stars wie Colin Firth oder Benedict Cumberbatch zu sehen.

Dies ist der Film, über den im Vorfeld schon jeder Kinoliebhaber spricht, nicht so sehr seines Themas wegen oder der Stars, sondern wegen seiner Machart. „1917“, der neue Film von Sam Mendes, ist in einer einzigen Aufnahme und damit in Echtzeit gedreht. Es gibt also keinen Schnitt, Handlung und Zeit bilden eine unverbrüchliche Einheit. „Slice of time“ nennt Sam Mendes das – ein Ausschnitt der Zeit, bei der die Kamera (und mit ihr der Zuschauer) immer ganz nah bei den Charakteren ist.

Das ist eigentlich nichts Neues: 2015 führte uns Sebastian Schipper in „Victoria“ in einer einzigen Einstellung durch das Nachtleben von Berlin, 2002 erkundete Alexander Sokurow auf dieselbe Weise die 35 Säle der Eremitage in St. Petersburg, nicht zu vergessen „Cocktail für eine Leiche“ von Alfred Hitchcock, der die ganze Sache aber als Experiment angesehen hatte, mit dem er am Ende nicht zufrieden war. Mendes hat die One-Shot-Einstellung nun perfektioniert. Dadurch, dass die Figuren ständig in Bewegung sind, ändern sich die Bilder, die Landschaft erscheint wie ein endloser Hintergrund, der dem Auge keine Ruhe lässt.