ASTRONAUT

Auch im Altenstand darf man noch träumen. So etwa ließe sich die Moral von Shelagh McLeods Regiedebüt „Astronaut“ zusammenfassen, eine positive Tragikomödie, die vor allem dank Richard Dreyfuss in der Titelrolle viel Sympathie verströmt.

Erst seit kurzer Zeit ist Angus (Richard Dreyfuss) wieder allein, seine geliebte Frau ist nach langer Krankheit gestorben, der Witwer lebt wieder bei seiner Tochter Molly (Krista Bridges). Deren Mann Jim (Lyriq Bent) ist wenig begeistert über die Anwesenheit seines Schwiegervaters und hofft, ihn bald in ein Altenheim abschieben zu können. Ganz anders der junge Barney (Richie Lawrence), der die Leidenschaft seines Großvaters für das Weltall teilt. Gemeinsam beobachten sie mit dem Teleskop gern die Sterne und träumen davon, Astronaut zu sein, um den Heimatplaneten aus dem Weltall betrachten zu können. Das Unternehmen des Milliardärs Marcus Brown (Colm Feore) könnte diesen Traum wahr werden lassen. Ganz in der Nähe von Angus Wohnort arbeitet Brown an einem Raumtransporter, das gut betuchten Passagieren den Flug ins All ermöglichen könnte – und dem glücklichen Gewinner einer Lotterie. Zwölf Kandidaten sollen ausgelost werden und sich dann einem Fernsehpublikum vorstellen, dass den zukünftigen Astronauten bestimmt. Allerdings beträgt das Alterslimit 65 Jahre.

Das Angus trotz seiner 75 Jahre und offensichtlichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen zumindest in die Vorauswahl kommt, allein ein gefälschter Führerschein (in Amerika eine Kleinigkeit, die praktisch jeder 17jährige beherrscht) reicht aus, ist nur eine von allzu vielen wenig glaubwürdigen Entwicklungen, die das von Regisseurin Shelagh McLeod nehmen muss, um zum Ziel zu kommen. Die ehemalige Schauspielerin wurde durch Besuche im Pflegeheim ihrer Mutter zu einer Geschichte über alte Menschen inspiriert, über Menschen, die in ihren Augen viel zu häufig nicht mehr für vollwertige Mitglieder der Gesellschaft gehalten werden.