AVA

Original französische Fassung mit dt. Untertiteln und einem Glas Wein
„Vom Fass“ am Donnerstag. In Kooperation mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft GT. www.dfg.guetersloh.net

Dass „Ava“ von Léa Mysius ein Debütfilm ist, merkt man ihm jederzeit an, was man als Schwäche empfinden kann oder als Stärke. So voller Ideen und Bezüge ist dieser mal sonnendurchflutete, mal dunkle Film, dass es fast zu viel ist, so wild und ungestüm, dass es fast konfus wirkt, so frei und impressionistisch, dass es fast ziellos wirkt, doch gerade das macht seine Qualität aus.

In einem Badeort an der französischen Küste spielt „Ava“. Ein unbestimmter, fast phantastischer Ort, der jedoch auch von all den Gestalten bevölkert wird, die sich im Hochsommer am Strand aalen: Unförmige Leiber, kreischende Kinder, nervtötende Verkäufer von diesem oder jenem. Wohl fühlt sich die 13jährige Ava (Noée Abita) hier nicht wirklich, ihr pubertierender Körper ist ihr ein Graus, gerade auch, weil ihre Mutter Maud (Laure Calamy) so extrem körperlich ist, neben Ava noch ein kleines Baby hat und schon mit dem nächsten, eigentlich viel zu jungem Mann anbändelt.

Ava dagegen hat noch wenig Interesse an Jungs, ihr bereitet vielmehr ihr Augenlicht Sorge. Sie leidet an retinitis pigmentosa, eine Erkrankung der Sehnerven, die dafür sorgt, dass sich ihr Blickfeld immer mehr einengt, sie nur noch einen immer kleiner werden Kreis erkennen kann, um den herum es zunehmend dunkel wird. So übt sie schon einmal das Blindsein, balanciert mit verbundenen Augen und einem Stock waghalsig über Dächer, stiehlt sich schließlich einen tiefschwarzen Hund, den sie Lupo tauft und der eine Art Blindenhund sein könnte.