Book Club – Das Beste kommt noch

SOMMERFILMTAGE! Am So. 14.07.19

Vier Damen älteren Semesters entdecken durch den skandalträchtigen Erfolgsroman „Fifty Shades of Grey“ ihre Lust auf die Liebe und das Leben neu. In den USA wurde „Book Club“ bereits zu einem Achtungserfolg und angesichts der charmant-zeitlosen Inszenierung ist das auch kein Wunder.

Vivian (Jane Fonda), Diane (Diane Keaton), Carol (Mary Steenburgen) und Sharon (Candice Bergen) sind seit der Schulzeit die besten Freundinnen. Seit vielen Jahren treffen sie sich regelmäßig im Rahmen eines Buchclubs, um einander Bücher vorzustellen und gemeinsam über allerlei geschriebene Werke zu diskutieren. Nun ist „Fifty Shades of Grey“ dran – er skandalumwitterte Erotikroman von E.L. James.

Bis zum nächsten Treffen sollen die Frauen den ersten Roman gelesen haben, um sich anschließend darüber auszutauschen. Doch obwohl sich vor allem Diane an der miserablen Qualität des Buches stört, erwecken die darin geschilderten Sexfantasien erotische Gelüste bei den Frauen. Sie alle fangen an, ihre Beziehungen und Lebensentwürfe zu überdenken, daten Männer oder melden sich in Online-Partnerbörsen an…

„Fifty Shades of Grey“, jener Roman, der als Fan-Fiction zu den umstrittenen „Twilight“-Büchern begann und mittlerweile mitsamt seiner Fortsetzungen verfilmt wurde, gehört zu den skandalösesten Werken zeitgenössischer Literatur. Dass dieser jetzt im Rahmen von Dan Holdermans „Book Club“ ausgerechnet von vier Frauen inspiziert wird, die die Sechzig längst hinter sich gelassen haben und damit nicht mehr unbedingt zur anvisierten Zielgruppe gehören, macht den in den USA zu einem Überraschungserfolg gewordenen Film nicht bloß sympathisch, sondern auch zu einer weitaus kreativeren Best-Ager-Komödie, als viele andere der letzten Jahre.

Zwar lässt auch Regiedebütant Holderman (schrieb das Skript zu „Picknick mit Bären“) seinen Film auf eine bekannte Message hinauslaufen: „Es ist nie zu spät, etwas an seinem Leben zu ändern“, doch dank eines hochengagierten Ensembles und jeder Menge zündender Pointen verläuft die begrüßenswerte Intention hier nicht im Sande, sondern wird greif- und nachvollziehbar.