BRITT-MARIE WAR HIER

SOMMERFILMTAGE!

40 Jahre dasselbe Leben, dieselbe Routine, dieselben Listen, die man Tag für Tag arbeitet. Eintönig, aber irgendwie auch heimelig – zumindest für Britt-Marie, deren Leben sich erst ändert, als ihr Mann Kent einen Herzinfarkt hat und herauskommt, dass er sie betrügt. Sie verlässt ihn, sucht sich einen Job, für den sie nicht qualifiziert ist und fängt ein neues Leben an, weil es nie zu spät ist, alten Ballast über Bord zu werfen und sich neue Perspektiven zu erarbeiten. Die Verfilmung des Romans von Fredrick Backman („Ein Mann namens Ove“) ist eine gelungene Mixtur aus Drama und Komödie und mit Pernilla August wundervoll besetzt.

Von Fußball versteht Britt-Marie nichts. Nur, dass ihr Mann Kent immer eifrig im Fernsehen Fußball gesehen hat. Damals, als es schien, dass das 40-jährige Zusammenleben auch weitergehen würde, dass sie einander bis zum Tod begleiten würden. Aber dann hatte er einen Herzinfarkt und sie fand heraus, dass ihr Mann sie schon seit geraumer Zeit betrügt. Britt-Marie hätte sich damit vielleicht arrangieren können, aber sie wollte es nicht. Sie verlässt Kent und sucht im Alter von 63 Jahren Arbeit. Die findet sie auch – und zwar als Fußballtrainerin einiger Kids in dem kleinen Örtchen Borg. Natürlich hat Britt-Marie keine Ahnung, was sie überhaupt macht. Aber wie bei allem in ihrem Leben stellt sie sich auch dieser neuen Aufgabe mit Hingabe.

„Ein Mann namens Ove“ war in Schweden ein sensationeller Erfolg und lockte 1,7 Millionen Zuschauer ins Kino. Auch im restlichen Europa kam die schwarzhumorige Komödie mit dem Drama-Einschlag sehr gut an. Kein Wunder also, dass Fredrick Backmans zweiter Roman auch schnell verkauft wurde, verfügt er doch über ähnliche Qualitäten, da er von jemandem erzählt, der am Ende seines Lebenswegs zu sein scheint, aber einen neuen Lebensabschnitt beginnt. Und dennoch ist es ein gänzlich anderer Film, weniger böse in seinem Humor, versöhnlicher, freundlicher.