PHOTO DE FAMILLE – DAS FAMILIENFOTO

Vorstellungen

Donnerstag
19. Dezember

20:00

Sonntag
22. Dezember

17:30

Original französische Fassung mit dt. Untertiteln und einem Glas Wein
„Vom Fass“ am Donnerstag.
In Kooperation mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft GT.

Es ist nicht einmal ein Familienfoto, das in diesem Film seine besondere Bedeutung erlangt, sondern nur eines der drei Kinder, die ihre Sommerferien immer bei ihrer Großmutter verbracht haben. Die ist mittlerweile dement und würde von ihrem Sohn ins Heim abgeschoben, wenn seine Töchter sich der alten Dame nicht annehmen würden. Weniger eine Komödie, als vielmehr ein intensives Drama, das mit seiner Wahrhaftigkeit lange nachwirkt.

Alles beginnt mit einer Beerdigung. Ein Mann ist gestorben und seine Frau, Mutter von Pierre und Großmutter von Elsa, Gabrielle und Mao, erklärt, dass sie dort sterben möchte, wo sie immer am Glücklichsten war: in Saint-Julien. Die demente alte Dame erinnert sich kaum noch an etwas, nur daran, dass ihr dieser Ort etwas bedeutete. Da die Oma aber nicht alleine leben kann, bereitet Pierre alles dafür vor, sie ins Heim zu bringen. Doch Elsa und Gabrielle wollen das nicht zulassen und nehmen die alte Dame zu sich, ohne wirklich bedacht zu haben, welche Verantwortung es ist, einen verwirrten Menschen wie sie zu betreuen, zumal ihrer aller eigenes Leben auch mit Problemen gepflastert ist, die ihren Ursprung in ihrer Jugend haben.

Es gibt Momente, da lacht man tatsächlich, in erster Linie ist „Das Familienfoto“ aber wirklich keine Komödie, sondern ein sehr glaubhaftes Drama, das es versteht, dank komplexer und ausgefeilter Figuren die Geschichte voranzutreiben. Man hat hier die Definition einer dysfunktionalen Familie. Geschiedene Eltern, die sich kaum etwas zu sagen haben, Kinder, die getrennt voneinander aufwuchsen, und Erziehungsmethoden, die wohl den 68ern entspringen. Denn, wie Mao – was für ein Name! – so treffend seiner Psychologin erklärt, ist seine Familie eine, bei der sogar die Kuscheltiere sterben. Eine Erinnerung an seine Jugend, als seine Mutter seinen Teddybären begraben hat. Vielleicht, um ihrem Sohn ein Verständnis für den Tod zu vermitteln, vielleicht, weil sie dachte, es würde ihm helfen. Aber das Leben aller Kinder ist verkorkst – auf die eine oder andere Art und Weise.