DER BÄR IN MIR

Feste Termine am Samstag 31.10. + Sonntag 01.11. um 17.30h.

Absolut faszinierend, dabei auf angenehme Weise expressiv und leidenschaftlich: Der Schweizer Dokumentarfilmer Roman Droux begleitet den bekannten Bärenforscher David Bittner nach Alaska, wo sie den arktischen Sommer unter Grizzlybären verbringen. Kino pur mit großen Gefühlen und unvergesslichen Bildern von atemstockender Schönheit – die Geschichte der beiden mutigen Menschen, die als Lehrmeister und Schüler mit der Kamera in die Wildnis ziehen, ist eine packende Reise zurück zur Natur und zu den Ursprüngen des Menschen, die von Instinkten, Mythen und Ängsten gesteuert wird.

David Bittner ist nicht nur in der deutschsprachigen Schweiz bekannt: Als Biologe und Bärenforscher hält er neben seiner wissenschaftlichen Arbeit viele Vorträge, er schreibt Bücher und ist als Naturfotograf tätig. Schon als Jugendlicher interessierte er sich für die Natur – über das Kajakfahren und die Erlebnisse mit Lachswanderungen kam er zu den Bären und blieb dabei. Der Filmemacher Roman Droux ist zwar erklärter Bärenfan, hat aber noch keine praktischen Erfahrungen im näheren Umgang mit Grizzlys, als er gemeinsam mit David Bittner aufbricht, um einen Sommer an der Küste von Alaska zu verbringen.

Nachdem sie ihr Lager mitten in der Wildnis mit Blick aufs Meer und auf die majestätischen Berggipfel aufgebaut haben – zwei moderne Zelte sowie ein Vorratszelt, alles umgeben von einem elektrischen Schafszaun –, dauert es eine Weile, bis Roman sich traut, die schützende Behausung zu verlassen. Die riesigen Grizzlys, die draußen herumspazieren, flößen ihm ordentlich Respekt ein. Doch David Bittner ist ein guter Lehrmeister und bringt dem Regisseur schnell die wichtigsten Regeln im Umgang mit den größten Braunbären der Welt bei. Hier draußen leben deutlich mehr Grizzlys als Menschen, und in diesem Sommer wird Roman Droux viele von ihnen näher kennenlernen: den alten Oliver, Bruno – den Big Boss der Lagune, die Bärenmutter mit ihren drei Jungen und viele andere. Unter Anleitung von David entdeckt Roman Droux die Welt der Bären und die Bären selbst als Individuum. Zwischen den Tieren, die er nur hinter Gittern im Zoo kannte, und den wild lebenden Grizzlys in ihrem natürlichen Lebensraum findet er immer weniger Gemeinsamkeiten, stattdessen entdeckt er den Bären in sich selbst.

In grandiosen Naturaufnahmen erzählt Roman Droux die Geschichte eines Sommers – vom Erwachen der Bären aus dem Winterschlaf bis zu den ersten Schneefällen. Unterschiedliche Erzählebenen, die rückblickend Davids und Romans Jugend darstellen, dienen anfangs als Einstieg in die Situation: der Lehrmeister und sein Schüler. Ohne die Bären zu vermenschlichen – es ist eher umgekehrt: die beiden Männer werden immer bäriger – und mit großem Respekt vor den gewaltigen Tieren nähert sich der Filmemacher den Grizzlys mit wachsendem Mut. Der Mensch ist hier ein Fremdkörper, und Roman Droux lernt schnell von David Bittner, dass er warten muss, bis die Bären auf ihn zu kommen. Warten, sitzen, warten … hier wird man geduldig und gelassen, denn anders geht es nicht.