DER VERLORENE SOHN

Geplant ab 28.02.19

Ein junger Mensch wird in einem Umerziehungscamp von sadistischen Aufsehern einer brutalen Gehirnwäsche unterzogen, um seinen Willen zu brechen. Nordkorea? Eine Diktatur? Eine Sekte? Nein, die USA im 21. Jahrhundert!

Basierend auf dem autobiografischen Roman von Garrard Conley, schildert das höchst bewegende Drama die Leidensgeschichte des 19-jährigen Jared, der von seinem streng religiösen Vater gezwungen wird, an einer Konversionstherapie teilzunehmen, um von seiner Homosexualität „geheilt“ zu werden.

Nach vielen Demütigungen beginnt der Teenager zu rebellieren und für ein Leben nach eigenen Vorstellungen zu kämpfen. Zum Glück ganz ohne larmoyante Rechthaber-Attitüde gelingt ein packendes Plädoyer gegen religiösen Fanatismus und Intoleranz. An der Seite von Nicole Kidman und Russell Crowe liefert Lucas Hedges als sensibler Held eine grandiose Vorstellung, deren Wahrhaftigkeit unter die Haut geht. Nicht nur auf ihn dürften Oscars warten.

„Ich wünschte, das wäre nie passiert!“, vertraut sich der Erzähler gleich zu Beginn dem Zuschauer an. Tatsächlich steht dem 19-jährigen Jared (Lucas Hedges) eine Leidensgeschichte bevor, die man in aufgeklärten Gesellschaften für ausgesprochen absurd halten dürfte – von der in den USA jedoch (laut Abspann) tatsächlich über 700.000 Menschen betroffen waren.

Mit sogenannten Konversionstherapien sollen Schwule und Lesben von ihrer Homosexualität „geheilt“ werden. Religiöse Fanatiker stecken hinter diesem menschenverachtenden System. Der junge Garrard Conley hat seine bitteren Erfahrungen dieser Gehirnwäsche in einem aufsehenerregenden Roman verarbeitet, der als Vorlage für dieses Drama dient.

Jared ist ein ganz normaler Teenager. Vielleicht ein wenig sensibler und allemal religiöser als andere. Sein Vater Marshall (Russell Crowe), ein Autohändler und Baptisten-Prediger, reagiert stolz als der Sohn ein Date mit einem hübschen Mädchen hat. Mutter Nancy (Nicole Kidman) bleibt stets ein bisschen besorgt, selbst den Arm soll das einzige Kind nicht aus dem Autofenster lehnen, weil das gefährlich sein könnte.

Dann stürzt die heile Familienwelt in der Südstaaten-Provinz plötzlich in eine schwere Krise. Die Schulleitung wirft Jared vor, er habe am College einen Mitschüler verführt. Die Eltern reagieren schockiert. Der Teenager bestreitet den Vorfall. Für den Vater gibt es nur einen Ausweg: Mit Konversionstherapie soll der Sohn von seiner Homosexualität „geheilt“ werden.

„Willst du dich aus tiefstem Herzen ändern?“ fragt der besorgte Prediger. Verwirrt über die eigenen Gefühle stimmt Jared dem Plan zu und reist mit der Mutter in das Umerziehungscamp.