DREIVIERTELMOND

Vorstellungen

Mittwoch
03. Juni

15:00

Ein grantelnder Taxifahrer (Elmar Wepper) und eine freche türkische 6-jährige. Diese so gegensätzlichen Personen lässt Regisseur und Drehbuchautor Christian Zübert in seiner schönen, sehenswerten Tragikomödie aufeinander prallen. Und schafft es dabei, weit mehr als nur das Offensichtliche zu sagen, sondern auch viel über das Verhältnis zwischen Deutschen und Türken zu erzählen.

Auf der einen Seite steht Weppers Figur Hartmut. Der ist Taxifahrer in Nürnberg und mit ganzer Seele Franke. Bärbeißig bewegt er sicht durch den Alltag, hat sich in einem Geflecht aus Vorurteilen eingerichtet, die oft haarscharf am Rassismus vorbeischrammen, und steht vor fundamentalen Problemen: Seine Frau Christa (Katja Rupé) hat ihn nach 30 Jahren Ehe verlassen, völlig überraschend wie Hartmut findet. Die Tochter Verena (Marie Leuenberger) kümmert sich notdürftig um den Vater, kann ihm allerdings auch nicht wirklich helfen, zu verbohrt ist Hartmut.

Noch, denn mit dem sechs Jahre alten türkischen Mädchen Hayat (Mercan Türkoglu) setzt ihm das Schicksal eine Person ins Taxi, die kaum gegensätzlicher sein könnte. Schon bei ihrer ersten Begegnung fand Hayat Hartmut sympathisch, auch wenn der sich da noch ganz raubeinig präsentierte und von Hayats Mutter als Nazi bezeichnet wurde. Nun jedoch haben die Umstände Hayat allein in Nürnberg zurückgelassen, Hartmut ist das einzige bekannte Gesicht, und so erwacht auch unter der zunächst sehr rauen Schale Hartmuts ein weiches Herz. Zunächst aus reinem Pflichtgefühl nimmt er sich Hayat an, schafft es mit Hilfe eines Döner-Verkäufers, zumindest rudimentäre Information von dem kaum Deutsch sprechenden Mädchen zu erfahren und beginnt langsam, über sich und sein Leben nachzudenken.

PRESSESTIMMEN:
Zauberhaft… Ein Film, in dem alles zusammenpasst.
STERN

Ein kleines Filmwunder an Warmherzigkeit. Bei dieser Tragikomödie geht einem das Herz auf.
BR – KinoKino

Herzerwärmendes Gefühlskino ohne Sozialkitsch.
WDR

Elmar Wepper verkörpert die Wandlung des Gries­gram so nuanciert und zurückgenommen, dass allein schon seine Darstel­lung den Kinobesuch lohnt.
Cinema