EIN DORF ZIEHT BLANK

Vorstellungen

Mittwoch
04. Dezember

15:00

Für Kino im besten Alter, Seniorenkino, können keine Sitzplätze reserviert werden!

In Kooperation mit dem Seniorenbeirat der Stadt Gütersloh.
Mit Kaffee und Kuchen ab 14.00h, Filmbeginn ab 15.00h.

An französischen Komödien und Dramen sowie Mischungen aus beiden Polen besteht in den deutschen Kinostartlisten der letzten Jahre wahrlich kein Mangel – im Gegenteil. „Ein Dorf zieht blank“ vom Drehbuchautor und Regisseur Philippe Le Guay ist auf den ersten Blick eine weitere seichte Franzosenkomödie, die niemandem weh tut und quasi eine sichere Bank im Arthouse-Segment ist, wo immer noch die alte Mär kursiert, französische (Schwarzweiß-)Filme mit Untertiteln seien das Nonplusultra der Filmkunst.

Auf den zweiten Blick bietet „Ein Dorf zieht blank“ jedoch weit mehr als der „sexy“ Titel vermuten lässt. Es geht um Solidarität und das Darben der Landwirtschaft in Zeiten, in denen ein Kilo Fleisch so viel kostet wie eine Packung Klopapier. Hinzu kommen ein engagiertes Ensemble und eine runde, angenehm simple Erzählweise.

Georges Balbuzard (François Cluzet), Bürgermeister einer winzigen Gemeinde in der Normandie und nebenher Landwirt, beschwört die „rissigen, erdigen Hände der Bauern“ und meint: „Jahrhundertelang ernährten wir das Land und jetzt verhungern wir!“ Mit derlei Ansprachen will Balbuzard den Kampfgeist der ansässigen Bauern wecken und den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft anstacheln. Schließlich darben die örtlichen Bauern allesamt am maroden Zustand der Landwirtschaft und leben – mit Schulden bei der Bank und drohenden Landenteignungen im Nacken – von der Hand in den Mund.

Die ziemlich letzte Chance sieht der politische Landwirt Balbuzard in einem Deal mit dem New Yorker Starfotografen Newman (Toby Jones), der für Massenaktfotos bekannt ist, bei denen er hunderte nackte Menschen in bestimmten Kulissen inszeniert. Der Fotokünstler schlägt zufällig in der Gemeinde auf und verliebt sich in das „Chollet-Feld“, wo er sein neustes Foto mit den ansässigen Dörfler/innen schießen will. Da seine Werke um die Welt gehen, wäre das eine Möglichkeit, auf die Lage der örtlichen Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Doch davon muss Balbuzard die Leute erstmal überzeugen… Die finden das, was er als Protestaktion à la Femen versteht, nämlich anrüchig.