EIN GAUNER & GENTLEMAN

SOMMERFILMTAGE! GEPLANT AM So. 28.07.19

Forrest Tucker verbrachte den Großteil seines Lebens hinter Gittern. Der Grund: Bei ihm handelt es sich um einen berühmt-berüchtigten Bankräuber, der in seiner zweifelhaften Karriere zu allem Überfluss ganze 18 Mal aus dem Gefängnis ausbrechen konnte.

Regisseur David Lowery erzählt in seiner Gangsterkomödie „Ein Gauner & Gentleman“ nun aus dem Leben des vermutlich einzigen Gentleman-Gangsters der Welt.

Der in die Jahre gekommene Bankräuber Forrest Tucker (Robert Redford) blickt auf eine bemerkenswerte Karriere als Ganove zurück: In der Vergangenheit war es ihm nicht nur zigfach gelungen, Banken um ihr Geld zu erleichtern. Auf die anschließenden Verhaftungen und Urteile ließ er über ein Dutzend Gefängnisausbrüche folgen. Sogar von der sagenumwobenen Insel Alcatraz gelang ihm die Flucht. Mittlerweile lebt er in einer Seniorenwohnanlage und wollte eigentlich mit seiner Bankräuberkarriere abschließen, doch noch immer juckt es ihm in den Fingern. Er stellt eine Gang aus Rentnern zusammen, mit denen er fortan eine Bank nach der anderen überfällt und dabei eine Menge Kohle macht. Als er dann auch noch die sympathische Pferdeliebhaberin Jewel (Sissy Spacek) kennenlernt, scheint sein Ruhestandsleben gesichert. Doch der ehrgeizige Detective John Hunt (Casey Affleck) ist fest entschlossen, der Ganovenbande das Handwerk zu legen…

Die Geschichte vom 18 Mal aus dem Gefängnis fliehenden Verbrecher klingt unglaubwürdig, bis man am Ende von „Ein Gauner & Gentleman“ erfährt, dass nichts davon den wahren Ereignissen um Forrest Tuckers unkonventionelle Lebensgeschichte hinzugedichtet wurde. Tucker gab es wirklich.

Er lebte von 1920 bis 2004 und konnte zum Zeitpunkt seines Todes eine bemerkenswerte Lebensgeschichte vorweisen. Dabei kommt die ständige Bezeichnung „Ganove“, ein mittlerweile eher veraltetes Wort für Gangster, nicht von ungefähr, genauso wenig wie die im Filmtitel zusätzlich genannte Beschreibung des Gentlemans.

„Ein Gauner & Gentleman“ erzählt nämlich nur in zweiter Instanz von den Banküberfällen an sich. Es geht vor allem um die dazu im direkten Kontrast stehende Attitüde der Räubergang, die es sich vor ihren Eskapaden zum Auftrag machte, niemals Gewalt anzuwenden oder psychischen Druck auf ihre Opfer auszuüben. Der Verweis auf die Waffe, ein Blick auf die Kasse und der höfliche Hinweis, dass den Angestellten nichts passieren würde, reichten Tucker und seinen Kumpanen aus, um an ihr Ziel zu gelangen. Das machte es den von einem solchen Verhalten überraschten Geschädigten im Nachhinein auch so schwer, konkrete Angaben zu den Tathergängen zu machen, sodass die Bande eine lange Zeit einfach nicht gefasst werden konnte.