HERR BACHMANN UND SEINE KLASSE

Vorstellungen

Samstag
20. November

16:00

Montag
22. November

19:00

Er ist ein Lehrer, wie man ihn sich wünscht: Empathisch, geduldig, streng wenn es nötig ist, vor allem aber ein Freund seiner Schüler. „Herr Bachmann und seine Klasse“ hat Maria Speth ihre episch lange Dokumentation genannt, in der sie über dreieinhalb Stunden lang beobachtet, wie Schule auch gehen kann.

Bei der Berlinale wurde der Film mit dem Preis der Jury ausgezeichnet.

Ex-Revolutionär, Aussteiger, Folksänger, Künstler. Ein bunter Hund ist dieser Dieter Bachmann, der seit 17 Jahren an einer Gesamtschule in der kleinen hessischen Stadt Stadtallendorf unterrichtet. Und da von den knapp 21.000 Einwohnern rund 70% einen Migrationshintergrund haben, kommen seine Schüler aus den unterschiedlichsten Ländern: Türkei, Kasachstan, Brasilien, Russland, Bulgarien, Rumänien, Italien oder Marokko, manche sind in Deutschland geboren, andere erst seit kurzer Zeit im Land. So oder so: Ihre Chancen sind nicht allzu groß, ihr Weg scheint allzu oft vorbestimmt, denn es gibt nicht viele Lehrer, die sich für sie einsetzen.

Ein gutes Jahr lang hat Maria Speth immer wieder in Dieter Bachmanns Klasse gefilmt, im sechsten Schuljahr, also dem letzten, bevor es für die Schüler an eine weiterführende Schule geht, viele auf die Gesamtschule, manche aufs Gymnasium. Unterstützt wurde Speth dabei von Reinhold Vorschneider, einem der renommiertesten deutschen Kameramänner. Immer auf Augenhöhe hat er seine Breitwandkamera positioniert, zeigt die Schüler in langen Einstellungen, wie sie ihren Lehrern folgen, auch mal Widerworte geben. Viel Zeit nimmt sich Speth, über dreieinhalb Stunden, in denen an sich nichts bemerkenswertes passiert. Es gibt keine Aha-Momente, keine kathartischen Szenen, nur Alltag, der aber keineswegs banal ist, sondern von einer durchgehenden Empathie geprägt ist, die genau der Unterschied ist. So wie die Kamera stets auf Augenhöhe der Schüler bleibt, so behandelt Dieter Bachmann seine Schüler nicht von oben herab, sondern nimmt sie und ihre Sorgen ernst. Wie es ihm dabei gelingt gleichzeitig Kumpel, aber auch Respektperson zu bleiben ist das eigentlich bemerkenswerte dieses speziellen Lehrer-Schüler-Verhältnis.