JEANNE – JEANNE D‘ ARC

Original französische Fassung mit dt. Untertiteln und einem Glas Wein „Vom Fass“ am Donnerstag.
In Kooperation mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft GT.

Bruno Dumont erzählt in seiner Fortsetzung des eigenwilligen Musicals „Jeannette – Die Kindheit der Jeanne D’Arc“ vom Erwachsenenlebender Johanna von Orléans. In „Jeanne D’Arc“ wird die Nationalheldin von einer ebenso unerbittlichen wie uneinsichtigen Schar an Geistlichen und Kirchenvertretern abgeurteilt. Der Mix aus Historienfilm, Drama und Porträt ist konsumierbarer und weniger extrem als der Vorgänger. Im Mittelpunkt des brillant gespielten Films stehen diesmal die Dialoge und die Rhetorik der Figuren.

Frankreich, 1430. Die mittlerweile erwachsene Jeanne d’Arc (Lise Leplat Prudhomme) fällt in Ungnade. Zuvor wurde sie als Retterin Frankreichs mit göttlichen Eingebungen verehrt und zur Anführerin berufen, die das Land aus der Not herausführen sollte. Doch die Zeit der militärischen Erfolge gegen die Engländer ist vorbei. Schlimmer noch: In der Schlacht von Compiègne wird die königliche Armee, die Jeanne d’Arc anführt, vernichtend geschlagen. Die Burgunder nehmen sie gefangen und liefern sie kurz darauf an die Engländer aus. Jeanne D’Arc kommt vor ein Kirchengericht – und wird als vom Glauben abgefallene Ketzerin schließlich zum Tode durch Verbrennung verurteilt.

Mit „Jeanne D’Arc“ knüpft Regisseur Bruno Dumont direkt an sein als schrilles Musical realisiertes Werk „Die Kindheit der Jeanne D’Arc“ an. Das Sequel, das seine internationale Premiere bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes feierte, kommt nun allerdings wesentlich zugänglicher und weniger experimentell daher. Dumont verzichtet auf die ausufernden Tanzeinlagen sowie den rockigen Soundtrack. Außerdem erzählt er recht nüchtern und geradlinig von den letzten Lebensmonaten der heute als Ikone gefeierten jungen Frau. Im ersten Film unterbrach er die Handlung noch unvermittelt mit plötzlich einsetzenden Musical-Nummern und wilden Tänzen.