JIM JARMUSCHS: THE DEAD DON’T DIE

Vorstellungen

Montag
26. August

20:15

SOMMERFILMTAGE! Am Mo. 26.08.19

Eröffnungfilm der Filmfestspiele von Cannes : Jim Jarmuschs „The Dead Don’t Die“, einem Zombiefilm mit Starbesetzung. Doch wie man es von dem für seine Lakonie bekannten New Yorker nicht anders erwarten konnte, ist dies nicht einfach nur ein Genrefilm, sondern ein Spiel mit Genremustern und Klischees, das man außerdem leicht als derbe Kritik am Trump-Amerika verstehen kann.

Starbesetztung: Bill Murray, Adam Driver, Tilda Swinton, Chloë Sevigny, Danny Glover, Caleb Landry Jones, Selena Gomez, Austin Butler, Luka Sabbat, Rosie Perez, Eszter Balint, Iggy Pop, Sara Driver, RZA, Carol Kane, Larry Fessenden, Tom Waits.

In der kleinen Gemeinde Centerville ist plötzlich alles anders: Uhren bleiben stehen, Mobiltelefone funktionieren nicht mehr, Sonnenauf- und untergang verschieben sich, vor allem aber erwachen die Toten zum Leben. „Das wird nicht gut enden“ sagt Polizist Ronnie (Adam Driver) schon bald und immer wieder und wird mit seiner Prognose Recht behalten. Sein Vorgesetzter, Kommissar Cliff (Bill Murray), ist anfangs zwar etwas irritiert, als Ronnie mit der Bestimmtheit eines Mannes, der schon viele Zombie-Filme gesehen hat, sagt, dass es sich hier um die Zombie-Apokalypse handelt, doch schnell akzeptiert er sein Schicksal.

Viel machen können die beiden Polizisten ohnehin nicht, zu viele Zombies stromern durch die Stadt, als dass sie allen den Kopf abhacken könnten, die einzige Möglichkeit, um die Untoten wirklich zu töten.

So wie ihnen geht es auch den anderen Bewohnern der Ortschaft: Bobby (Caleb Landry Jones), der an der Tankstelle arbeitet und sich bald mit Hank (Danny Glover) zusammentut, einem von Zoe (Selena Gomez) angeführten Hipster-Trio, das sich mit einem Auto in die Stadt verirrt hat, das direkt aus George Romeros „Nacht der lebenden Toten“ zu stammen scheint, oder der schottischen Leichenbestattern Zelda Winston (Tilda Swinton), die mit ihrem Samurai Zombies jagt und bald auf höchst seltsame Weise entschwebt.

Die Vielzahl der bekannten Schauspieler, die Jim Jarmusch für seinen neuen Film zusammengetrommelt hat, deuten schon an, dass es sich bei „The Dead Don’t Die“ um einen sehr ungewöhnlichen Film handelt. Von einer Handlung zu sprechen fällt schwer, weder finden sich hier Figuren zusammen und entwickeln einen Plan, um die Bedrohung zu bekämpfen, noch werden tiefere Bindungen zwischen den Figuren geknüpft. Was Jarmusch stattdessen tut ist jedoch viel radikaler: Er zeigt eine überspitzte Version der Realität, eine Welt, die vollkommen außer Kontrolle geraten ist, in der oberflächliche Popkultur immer mehr Menschen davon ablenkt, die wirklichen Probleme wahrzunehmen.