LA BELLE EPOQUE – Die schönste Zeit unseres Lebens

Original französische Fassung mit dt. Untertiteln und einem Glas Wein „Vom Fass“ am Donnerstag.
In Kooperation mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft GT.

Seit dem Sensationserfolg von „Ziemlich beste Freunde“ schwappen reichlich Komödien aus Frankreich in die hiesigen Kinos, häufig mit dem Verweis auf soundso viele Kinogäste in Frankreich. 

„Früher war alles besser!“ Wohl kaum einer personifiziert diese klischeehafte Lebenseinstellung mit solcher Inbrunst wie der widerborstige Comiczeichner und Karikaturist Victor (Daniel Auteuil). Der Mann hat in der digitalisierten Welt den Anschluss verpasst hat und es sich zur Aufgabe gemacht, alle anderen ebenfalls runter zu ziehen. Victors Ehefrau Marianne (Fanny Ardant), eine gefragte Psychoanalytikerin, findet sich hingegen bestens im digitalen Blätterwald zurecht und bleibt in den sozialen Netzwerken immer auf dem aktuellsten Stand. Schon die Eröffnungsszene macht klar, dass das Kind bei diesem analog-digitalen und völlig entfremdeten Ehepaar längst in den Brunnen gefallen ist. So wundert es nicht, dass Marianne ihren Victor nach 45 Ehejahren „urplötzlich“ vor die Tür setzt. Immerhin turtelt sie schon seit einer Weile mit Victors bestem Kumpel François (Denis Podalydès), bei dem der Geschasste vorübergehend unterkommt, ohne etwas von der Affäre zu ahnen.

An dieser Stelle könnte „Die schönste Zeit unseres Lebens“ in eine x-beliebige Romantik-Tragikomödie münden, zumal der Autor und Regisseur Nicolas Bedos mit seinem ersten Film „Die Poesie der Liebe“ ein leidlich gelungenes Liebesdrama abgeliefert hat. Bedos‘ zweiter Spielfilm weist einige Parallelen zum Debüt auf: Erneut stehen Anfang und Ende einer Liebe im Mittelpunkt, abermals spielen die Dekors und Kostüme eine wichtige Rolle. Beim zweiten Versuch gelingt Bedos die in den Grundzügen nicht unähnliche Geschichte indes deutlich besser, weil er diesmal überraschender, flotter und kreativer inszeniert.