LA VERITE – Leben und lügen lassen

Vorstellungen

Samstag
30. Mai

20:00

Sonntag
31. Mai

20:00

Montag
01. Juni

20:00

Dienstag
02. Juni

20:00

Ein Japaner in Paris: Hirokazu Kore-eda hatte bislang in seiner Heimat gedreht. Jetzt ist er nach Frankreich gegangen und hat mit Catherine Deneuve den größten französischen Filmstar verpflichtet. Ihre Rolle? Eine französische Filmdiva, die anlässlich ihrer soeben veröffentlichen Memoiren Besuch von ihrer Tochter – Juliette Binoche! – aus New York erhält. Und die kommt nicht, um zu gratulieren, sondern um die Fakten im Buch zu checken. Angenehm dahinfließende Komödie um Familien, Generationskonflikte, Älterwerden und die eigene Vergangenheit, damit verbunden Lügen und Geheimnisse. Und ganz nebenbei geht es auch ums Filmemachen, in Paris, der Hauptstadt der Cinephilie.

Hirokazu Kore-eda ist hierzulande vor allem durch seine Filme „Nobody Knows“, „Like Father, Like Son“ und zuletzt „Shoplifters“ bekannt geworden. Jetzt hat er erstmals im Ausland gedreht, in einer fremden Sprache, nämlich französisch, mit einer französischen Crew. Man ahnt gleich, warum: Mit Catherine Deneuve, Juliette Binoche und Ludivine Sagnier (in einer Nebenrolle) versammelt er gleich drei weibliche Filmstars aus drei Schauspielgenerationen. Da liegt es irgendwie nahe, dass es im Folgenden auch um die Schauspielerei, um das Kino gehen wird.

Deneuve spielt einen französischen Filmstar namens Fabienne Dangeville. Sie ist eine glamouröse Diva, die grünen Tee trinkt, natürlich nicht heiß genug, und fragende Journalisten am langen Arm versauern lässt. Außerhalb von Paris lebt sie in einem schönen Landhaus mit großzügigem Garten, durch den eine große Schildkröte wandert. Anlässlich der Veröffentlichung von Fabiennes Memoiren, kurz „La Verité“, also „Die Wahrheit“, genannt, kommt ihre Tochter Lumir (Juliette Binoche) extra aus New York angereist, im Schlepptau ihren amerikanischen Ehemann Hank (Ethan Hawke), einen Fernseh-Schauspieler, und die gemeinsame Tochter Charlotte (Clémentine Grenier). Die Begrüßung ist kühl, niemandem ist nach Feiern zu Mute, zumal der Anlass – die Veröffentlichung eines Buches – eher gering ist. Lumir ahnt allerdings, dass sie den Inhalt des Buches auf seine Faktentreue hin genau überprüfen muss. Daran, dass ihre Mutter sie stets freudig in den Arm genommen habe und Hand in Hand mit ihr durch den Garten spaziert sei, erinnert sie sich jedenfalls nicht. Die nächsten Tage werden also ungemütlich, zumal Fabienne ihren Mund nicht halten kann. Für ihren Schwiegersohn, diesen zweitklassigen Serienstar, hat sie nur Verachtung übrig – zumal er kein Französisch spricht. Und so kommt es der kleinen Charlotte zu, das Herz der alten Hexe zu erweichen.