M.C. ESCHER – Reise in die Unendlichkeit

Vorstellungen

Sonntag
26. Juli

17:30

„Ich fürchte, es gibt nur eine Person, die einen guten Film über meine Drucke machen kann: ich selbst“, schrieb Escher an einen amerikanischen Sammler im Jahr 1969. Die Warnung des genialen Künstlers macht der preisgekrönte Doku-Filmer Robin Lutz zum Konzept und lässt in seinem Biopic das Leben der Kunst-Ikone mit dessen eigenen Worten erzählen:

Briefe und Notizen schildern aus erster Hand, wie der Maestro tickte. Woher er die Ideen nahm. Wie er scheiterte und triumphierte. Bisweilen werden die berühmten Bilder kongenial mit Animation zum Leben erweckt und steigern das Staunen. Als gelungener Spezialeffekt erweist sich die prägnante Erzählerstimme von Matthias Brandt.

Ein sensibles, verspieltes Porträt-Kaleidoskop, an dem Escher sein visuelles Vergnügen gehabt haben dürfte: Sogar seine Krempeltierchen lernen hier das Laufen! Für die Zuschauer allemal ein spannender Trip in faszinierend geheimnisvolle Bilderwelten.

„Ich bin kein Künstler. Ich bin Mathematiker!“, stellt Maurits Cornelis Escher klar, als ihm Musiker Graham Nash seine Bewunderung ausdrücken will. Für Anerkennung hat der geniale Grafiker und Zeichner keine Antennen. Er staunt über anonyme Fanpost („Ich danke der Quelle Ihres Wahnsinns. Ein Mathematiklehrer.“). Klagt über seinen Kultstatus („Die Hippies in San Francisco hören nicht auf, heimlich meine Werke zu drucken.“). Als „Time Life“ eine große Story bringt, interessiert ihn allenfalls, ob es ein Honorar für die Auskünfte über seine Arbeit gäbe. Die briefliche Bitte von Mick Jagger, ein Bild als Platten-Cover verwenden zu dürfen, beantwortet er mit dem Hinweis, von ihm bitte nicht mit Maurits angesprochen zu werden, sondern als M.C. Escher.

Ein bisschen sonderlich mag er schon gewesen sein, der 1898 im niederländischen Leeuwarden geborene Künstler – aber welchem Genie wollte man solchen Status nicht zugestehen. Im Alltag zeigte der visionär Grafiker auch ganz normale Seiten. Schwer verliebt reagiert er 1923 auf die Urlaubsbegegnung mit der Russin Jetta Umiker, die er wenig später heiratet. Die gemeinsame Schiffsreise übers Mittelmeer organisiert er clever, in dem er der Reederei ein paar Zeichnungen verspricht. Über die tägliche Flasche Wein beim Gratis-Trip freut sich der Künstler ungemein.

„Ich wünschte, ich könnte besser zeichnen“, hadert Escher mit seinem Talent. Natürlich ist er gut. Aber gut reicht einem wie ihm natürlich nicht. Er sucht nach Perfektion im Visuellen. Und nach neuen Perspektiven bei Zeichnungen – die neue Perspektiven auf das Leben erlauben. Seien es endlose Treppen, paradoxe Gebäude, sich gegenseitig zeichnende Hände oder Vögel, die zu Fischen werden und umgekehrt. „Ich weiß, dass ich es nicht kann. Aber ich will es trotzdem“, beschreibt er seine Philosophie einmal.