MARY SHELLEY

Geplant ab 03.01.19

Welch verlockende Versuchsanordnung: Die einzige Regisseurin aus Saudi-Arabien inszeniert ein Biopic über eine britische Ikone der Literatur: Haifaa Al-Mansour („Das Mädchen Wadjda“) erzählt die Geschichte von Mary Godwin, der geistigen Mutter von „Frankenstein“.

Als rebellischer Teenager verliebt sich die Heldin heftig in den aufstrebenden Dichter Percy Shelley. Ihr hübsches Objekt der Begierde erweist sich freilich als Mängelexemplar. Aber Liebe macht bekanntlich blind. Der Kostüm-Schinken bietet alles, was das Genre braucht: Herz. Schmerz. Intrigen. Eifersucht und natürlich Happy End. Das famose Monster, von Mary geschaffen, wird gefeiert. Die Anerkennung muss sich die Frau allerdings in der Männergesellschaft erst erkämpfen. Ein bisschen steif und unbeholfen mag die Inszenierung bisweilen ausfallen – gleichwohl wird der jungen Pionierin romantischer Literatur ein längst fälliges Denkmal gesetzt.

„Es geht etwas in meiner Seele vor, was ich nicht verstehe.“ – mit diesem Zitat aus Mary Shelleys „Frankenstein“ beginnt das Biopic über die Autorin. Die Aussage beschreibt auch ganz gut die Gefühlswelten der sechzehnjährigen Rebellin, als sie sich Hals über Kopf in den gutaussehenden Poeten Percy Shelley verliebt.

Als aufmüpfiger Teenager vertreibt sich Mary Wollstonecraft Godwin (Elle Fanning) am liebsten die Zeit im gemütlichen Buchladen ihres Vaters, einem finanzklammen Philosophen. Noch immer trauert die junge Frau ihrer längst verstorbenen Mutter nach, die einst ein brisantes feministisches Manifest verfasste.

So herzlich das Verhältnis zur fast gleichaltrigen Halbschwester Claire (Bel Powley) ausfällt, so frostig gerät die Beziehung zur ungeliebten Stiefmutter. Nach einem heftigen Streit wird die Rebellin samt Schwester zu Verwandten nach Schottland geschickt.

Die Landluft soll beruhigen. Die Begegnung mit dem attraktiven Poeten Percy Shelley (Douglas Booth) sorgt indes für Aufregung. Die Sechzehnjährige ist von dem fünf Jahre älteren Dichter begeistert – und umgekehrt! Man schreibt sich romantische Briefe. Um seinem Schwarm näher zu sein, engagiert der vermögenden Shelly den schuldengeplagten Vater von Mary als seinen Mentor.

Die Idylle gerät in heftige Turbulenzen als plötzlich die bislang unbekannte Ehefrau des Poeten samt dessen Kind auftaucht.