REISEKINO: VERPLANT

Vom Balkan über den Iran, Zentralasien, China bis nach Vietnam. All diese und noch weit mehr Länder und Regionen lassen die Freunde Tobias John und Matthias Schneemann auf ihrer Reise hinter sich. Mit ihren Rädern erkunden sie fremde Kulturen und exotische Orte, bekommen es aber auch mit allerlei Hindernissen zu tun: vom chinesischen Überwachungsapparat bis zur iranischen Bürokratie. „Verplant“ ist ein sympathischer, mit Liebe zum Detail realisierter filmischer Erlebnisbericht. Er verzichtet zwar nicht auf alle typischen, bisweilen abgenutzten Reise-Doku-Elemente, am Ende aber überwiegt ein positiver Eindruck. Dank eines hohen Informationsgehalts, charmanter Animationen und herrlicher Naturbilder.

Es ist ein waghalsiges Unterfangen, dass sich die beiden Heiligenstädter Tobias John und Matthias Schneemann vorgenommen haben: Von Thüringen aus wollen sie entlang der alten Seidenstraße bis nach Ho-Chi-Minh-Stadt fahren. Im Sommer 2018 starten die beiden jungen Männer – weitestgehend untrainiert und ohne sich allzu akribisch auf die bevorstehende Route vorbereitet zu haben. Wird ihr auf 10 Monate angelegter Trip um die Welt gelingen?

In den vergangenen Jahren wurde der Markt mit Reise-Dokumentationen regelrecht überschwemmt. Zum Problem werden diese auf Spielfilmlänge ausgedehnten Reiseberichte immer dann, wenn es für den Zuschauer wenig Neues zu sehen oder es keine Erkenntnisgewinne gibt. So entsteht häufig zu wenig Abwechslung, wenn die Macher nur ein Land oder Kontinent bereisen. So geht es in „Australien in 100 Tagen“ eben nur um das Land Down Under oder in der Doku „Projekt Antarktis“ einzig um das am Südpol gelegene Land- und Meeresgebiete. Halbstündige Doku-Formate fürs TV wären dann manches mal besser geeignet.