REISS AUS – Zwei Menschen. Zwei Jahre. Ein Traum

Für sechs Monate wollten Lena Wendt und Ulrich Stirnat eine Auszeit nehmen und mit einem Geländewagen von Hamburg nach Südafrika fahren. Aus den sechs Monaten wurden schließlich zwei Jahre, und auch wenn sie es nie bis in den Süden Afrikas geschafft haben, haben sie auf ihrer Reise genug Material gefilmt, um daraus einen Film zu machen.

Auch wenn er erst Ende 20 war, hatte Ulrich Stirnat einen Burnout, der ihn dazu veranlasste, seine Partnerin Lena Wendt auf einer Reise zu begleiten. Während Wendt schon oft in Afrika unterwegs war, war es für Stirnat die erste Reise auf den Kontinent. Mit einem Geländewagen ging die Reise los, quer durch Europa, über die Straße von Gibraltar nach Marokko und weiter die Küste entlang. Ursprünglich war der Plan offenbar, immer weiter zu fahren, bis Südafrika erreicht ist, doch äußere wie innere Hindernisse zwangen immer wieder zu Unterbrechungen, die teils Tage, teils Monate dauerten und sowohl das Auto als auch die Beziehung des Paares an ihre Belastungsgrenze brachte.

So zumindest wird es in „Reiss aus – Zwei Menschen. Zwei Jahre. Ein Traum“ geschildert, einem langen Reisefilm, bei dem nicht zu übersehen ist, dass er zufällig geboren wurde. Denn geplant hatten Wendt und Stirnat nicht, einen Film über ihre Reise zu drehen, die Idee entstand erst im Nachhinein, als das Material gesichtet und für gut befunden wurde. Da Wendt als Journalistin schon oft Reportagen gedreht hatte, war der Grund, dass überhaupt eine semiprofessionelle Kamera dabei war, mit der das Duo immer wieder Schnipsel drehte, touristisch anmutende Aufnahmen von Land und Leuten, von der Schönheit der unterschiedlichen afrikanischen Länder, mit ihrer wechselhaften Flora und Fauna, aber auch von der Armut und Umweltverschmutzung zu drehen. Vor allem aber filmten sie sich selbst und ihr Auto, das mit schöner Regelmäßigkeit liegen blieb und notdürftig repariert werden musste, oft nur mit Unterstützung der stets hilfsbereiten Einwohner.