THE FAVOURITE – INTRIGEN UND IRRSINN

Vorstellungen

Freitag
19. April

20:00

Samstag
20. April

20:00

Sonntag
21. April

17:30

Montag
22. April

20:00

Ausgezeichnet mit einem Oscar für die beste Hauptdarstellerin 2019.

Einen waschechten Kostümfilm hätte man vom griechischen Regisseur Yorgos Lanthimos kaum erwartet, doch sein „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ ist weniger gediegen als wahnsinnig, betont weniger das oberflächliche Zeremoniell zu Hofe, als die allzu menschlichen Triebe, die sich hinter der Fassade verbergen. Ein bitterböser, brillanter Film.

Der englische Hof im frühen 18. Jahrhundert. Nominell regiert Königen Anne (Olivia Colman) das Königreich, doch die Regentin schlägt sich mit allerlei Krankheiten rum und beschäftigt sich lieber mit ihrer bunten Galerie Hasen, als mit den Streitigkeiten zu Hof und vor allem der Außenpolitik. So ist es ihre Hofdame Lady Sarah Churchill (Rachel Weisz), Gattin von Lord Marlborough (Mark Gatiss), seines Zeichens Kommandant der britischen Armee und in einen Krieg mit Frankreich verwickelt ist, die Anne einflüstert und manipuliert.

Diese Position wird durch die Ankunft ihre Kusine Abigail Hill (Emma Stone) gefährdet. Einst ebenfalls eine Lady, die durch die Spielschulden ihres Mannes in Ungnade fiel, versteht es Abigail ausgezeichnet, das Vertrauen der Königin zu gewinnen. Bald hat sie Sarah als Vertraute – und als Geliebte – ersetzt und versucht nun ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Doch auch Harley (Nicholas Hoult), der Anführer der Torys, die eine liberalere Politik verfolgen als ihre Gegner, die Whigs, versucht via Abigail die Geschicke des Staates zu beeinflussen.

Erstaunlicherweise sind weite Teile der Handlung von Yorgos Lanthimos Drama „The Favourite“ historisch belegt, die Intrigen am Hof von Königen Anne, auch die Rolle ihrer Hofdamen Sarah Churchill (direkte Vorfahrin des legendären Winston) und Abigail Hill, die erbittert um den Einfluss auf die Königin stritten. Alles ist belegt, bis auf die lesbischen Beziehungen, über die gemunkelt wurde, für die es aber keinerlei Belege gibt.