VERFILMT: BEALE STREET

Vorstellungen

Donnerstag
02. Mai

20:00

,,VERFILMT“ präsentiert von der Buchhandlung Markus, mit Einführung und
einem Glas Wein.

Zwei Jahre nach seinem überraschenden Oscar-Gewinner „Moonlight“ thematisiert Barry Jenkins in „Beale Street“ erneut die afro-amerikanische Gegenwart – auch wenn sein Film in den 70ern spielt. Basierend auf einem Roman von James Baldwin erzählt er von Liebe und Rassismus und vor allem der Ungerechtigkeit des amerikanischen Justizsystems.

Tish (Kiki Layne) und Alonzo (Stephan James) sind ein Traumpaar, jung, ein wenig naiv, voller Hoffnung und Liebe. Doch nun können sie sich nur noch durch eine Glasscheibe sehen, denn Alonzo sitzt im Gefängnis, angeklagt, eine Puerto-Ricanerin vergewaltigt zu haben. Niemand, der ihn kennt, glaubt an seine Schuld, zumal er am Abend der Tat mit Tish und seinem alten Kumpel Daniel (Brian Tyree Henry) zu Hause war.

Doch das Alibi seiner Freundin ist nichts wert und Daniel war gerade erst selbst im Gefängnis und kann vom weißen Staatsanwalt leicht unter Druck gesetzt werden. Zu allem Überfluss teilt Tish ihren Eltern Sharon (Regina King) und Joseph (Colman Domingo) auch noch mit, dass sie schwanger ist. Doch während ihre Eltern voller Vorfreude auf den Familienzuwachs sind, reagiert Alonzos Mutter weit weniger freundlich. Sie habe schon immer gewusst, dass Tish Alonzos Unglück ist.

1974 schrieb James Baldwin seinen Roman „If Beale Street could talk“, in dem er die fiktive Straße im New Yorker Stadtteil Harlem zum Symbol der afro-amerikanischen Geschichte und Gegenwart macht. Jeder Schwarze, so schreibt Baldwin, der in Amerika geboren wurde, kennt Beale Street, was bedeutet, dass jeder Schwarze Rassismus und Polizeiwillkür kennt, Vorurteile und die Versuche, in einem von weißen Institutionen geprägten Land zu leben. Auch Jenkins Film spielt zwar Anfang der 70er, aber er könnte auch heute spielen. Das sich an der Situation der schwarzen Bevölkerung Amerikas in fast einem halben Jahrhundert so wenig geändert hat, war auch das Thema von Raoul Pecks Essay-Film „I am not your Negro“, der ebenfalls auf einem Text von James Baldwin basierte und immer wieder Bezüge von der Geschichte in die Gegenwart zog.