VOLKER SCHLÖNDORFF: DER WALDMACHER

Oscar®-Gewinner Volker Schlöndorff widmet seinen ersten Dokumentarfilm dem Lebenswerk von Tony Rinaudo, der seit Jahrzehnten gemeinsam mit afrikanischen Bauern eine simple Schnitttechnik praktiziert und verbreitet. In beeindruckenden Bildern lässt er die Zuschauer daran teilhaben, wie dank der Passion eines Mannes eine ganze Region wieder aufblüht. Tony Rinaudo wurde 2018 für sein Engagement mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt.

Dies ist die Geschichte einer zufälligen Entdeckung und wie sie nicht nur das Leben von Tony Rinaudo fundamental geändert, sondern auch das Klima und die Lebensverhältnisse von Millionen von Menschen verbessert hat:

Der australische Agrarökonom Tony Rinaudo pflanzte bereits in den 1980er-Jahren im afrikanischen Niger Baumsetzlinge, um den Vormarsch der Wüste zu stoppen. Doch Rinaudos Versuche die Wüste durch das Pflanzen von Bäumen aufzuhalten scheitern und nahezu alle seine Setzlinge gehen wieder ein. Doch dann bemerkt er unter dem vermeintlich toten Boden ein gewaltiges Wurzelnetzwerk – eine Entdeckung, die eine beispiellose Begrünungsaktion zur Folge hat und unzähligen Menschen neue Hoffnung schenkt! Bei den grünen Trieben, die überall um ihn herum aus dem Sand sprossen, handelte es sich mitnichten um nutzloses Kraut; sie stellten sich bei genauerer Betrachtung vielmehr als Baumtriebe heraus. Unter dem Sand der Sahelzone befindet sich ein riesiges Wurzel-Netzwerk. Wenn die Triebe aus dem Wurzelwerk nicht von Tieren gefressen oder die Wurzeln als Brennholz verwendet werden, entstehen daraus in wenigen Jahren große Bäume. Tony Rinaudo hat damit die Grundlage für eine sichere Wiederaufforstung gefunden.

Martin Falkenberg und Karsten Berends aus Bielefeld haben seinerzeit Tony Rinaudo, den Waldmacher aus Australien.zum Alternativen Nobelpreis verholfen.

Martin Falkenberg beschreibt seine erste Begegnung mit Tony Rinaudo mit begeisterten Worten. Der Neurologe aus Bielefeld glaubt seit Jahren so sehr an den australischen Agrarökonomen und dessen Arbeit, dass er alles daran gesetzt hat, dass Rinaudo für eine der höchsten Auszeichnungen der Welt nominiert wird. Als der Vorschlag aus OWL nach drei Jahren in Stockholm tatsächlich erhört wird, geht auch für Falkenberg, Chefarzt der Neurologie am Zentrum für ambulante Rehabilitation (ZAR) in Bielefeld-Bethel und Paderborn und seinen Kollegen, dem leitenden Logopäden des Rehazentrums, Karsten Berends, ein Traum in Erfüllung.