ASTRID LINDGREN – DIE MENSCHHEIT HAT DEN VERSTAND VERLOREN
Geplant ab mitte Februar…
Vor ihrem Durchbruch als Kinderbuchautorin mit „Pippi Langstrumpf“ (1945) führte Astrid Lindgren (1907-2002) während des Zweiten Weltkriegs Tagebücher, in denen sie auch Gedanken und Ängste über das Kriegsgeschehen und ihre Arbeit in der Postzensur notierte. Der Dokumentarfilm setzt die erst posthum veröffentlichten Aufzeichnungen mit Spielszenen sowie mit Interviews mit Lindgrens Nachfahren um und widmet auch den Problemen in ihrem Privatleben viel Aufmerksamkeit.
Dem formal routiniert erzählten Film geht es insbesondere um die Notizen, die Astrid Lindgren als mitfühlenden, politisch denkenden Menschen zeigen, der Nazi-Deutschland und die Sowjetunion mit Sorge und Abscheu betrachtete und Empathie gegenüber den Kriegsopfern bezeugte. Die unaufgeregte Machart lässt sich dabei auch als Huldigung an die reflektierte Haltung Lindgrens begreifen.
„Wenn man glücklich werden will, muss es aus dem eigenen Innern kommen, und nicht von einem anderen Menschen.“ Als Astrid Lindgren das in ihre Tagebücher schrieb, war der Zweite Weltkrieg schon fast zu Ende, auch wenn sie das noch nicht wusste. Doch obwohl sie in Schweden vom Krieg weitgehend verschont blieb, hatte sie in den Jahren seit 1939 einiges durchgemacht. Ihre Aufzeichnungen aus dieser Zeit, den Jahren vor ihrem Erfolg als Autorin – die erste Ausgabe von „Pippi Langstrumpf“ erschien im November 1945 – lagen viele Jahrzehnte in ihrem Wäscheschrank und wurden erst 2015 veröffentlicht.
Ab 12 J. / 103min. Dokumentarfilm.



