WHY ARE WE (NOT) CREATIVE?

Vorstellungen

Freitag
27. Mai

20:00

Sonntag
29. Mai

17:30

filasofia – Impulse für ein gutes Leben Heute und Morgen.

Seit 30 Jahren stellt Hermann Veske Prominenten aus allen Bereichen die immer gleiche Frage: „Why are you creative?“ Aus diesem Projekt ist nun ein Film geworden, der zwar dokumentarischen Charakter hat, aber im Grunde selbst auch wieder ein Kunstprojekt ist. Wer in 82 Minuten möglichst viele Stars sehen möchte, ist hier genau richtig. Einige von ihnen werden im Gedächtnis bleiben, Stephen Hawking vielleicht oder Yoko Ono, David Bowie, Peter Ustinov.

Zwischendurch gibt es zur Auflockerung animierte Clips, lauter kleine Kunstwerke und oft sehr witzig, so wie der gesamte Film durchaus gelungen Humor und Ernsthaftigkeit verbindet. Der ästhetische Anspruch ist zudem unverkennbar, aber ob das für einen Kinoerfolg reicht?

Wenn in 82 Minuten mehr als 50 Personen dieselbe Frage gestellt wird, dann hört sich das nicht nur nach einer Dreisatzrechnung an – wie viele Personen werden dann pro Minute befragt? –, sondern es liegt der Verdacht nahe, dass hier nur an der Oberfläche gekratzt wird. Irgendwie stimmt das auch, aber andererseits ist der Film selbst ein Kunstprojekt und entzieht sich dadurch gewissen Kriterien, die sonst für Dokumentarfilme gelten.

Hier ist beispielsweise keine dramaturgische Linie erkennbar, lediglich eine grobe chronologische Abfolge, die Schnipsel werden scheinbar planlos aneinandergehängt. Es gibt einen Anfang, der von der Idee und dem eher zufälligen Start des Projektes handelt und von der Fragestellung: „Why are you creative?“ Ganz am Ende ist Michael Haneke dran und antwortet in wunderbarem Hochwienerisch: „I glaub, man sollte einen Tausendfüßler nie fragen, warum er geht, weil dann fangt er an zu stolpern.“ Und dann setzt er noch einen drauf und erzählt von Gustav Mahler, der sich bei Sigmund Freud analysieren lassen wollte und davon abließ, weil Freud ihm sagte, er würde dadurch vielleicht seine Kreativität verlieren. Insofern sei diese Frage, an Kreative gestellt, ziemlich verhängnisvoll. Da hat er irgendwie recht, der Michael Haneke, auch wenn er damit Hermann Vaskes ganzes Projekt torpediert. Das ist aber zumindest ein hübscher, gelungener Schlussakkord.