Mio, mein Mio

Mio, mein Mio

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Mio, mein Mio ist in einem märchenhaften Stil erzählt und gilt als kleines literarisches Kunstwerk. Eine besondere eindringliche Wirkung erzielt Lindgren auf sprachlicher Ebene dadurch, dass sie oft stets wiederkehrende Formulierungen verwendet. So spricht Mio immer von „mein Vater, der König“, und dieser wiederum immer von „Mio, mein Mio“; und auf der Reise durch das Land Außerhalb haben die Kinder immer wieder „Angst, große, große Angst“.

Bo Wilhelm Olsson alias Bosse ist ein neunjähriger Stockholmer Waisenjunge, der von seinen Pflegeeltern schlecht behandelt wird. Er sehnt sich nach einem Vater, wie sein Freund Benka einen hat, der mit ihm Modellflugzeuge bauen könnte. Bosses Mutter starb bei seiner Geburt, und von seinem leiblichen Vater weiß keiner etwas. Eines Tages schickt ihn seine Pflegemutter zum Einkaufen. Als er am Obstladen vorbeikommt, erhält Bosse von der Verkäuferin einen Apfel und eine Postkarte, die er in den Briefkasten am Ende der Straße einwerfen soll. Auf der Karte steht: „Er ist auf dem Weg, er, den du so lange gesucht hast. Er reist durch Tag und Nacht und hält in seiner Hand das Zeichen, den goldenen Apfel.“

Bosse findet den Text merkwürdig, doch als er den Apfel betrachtet, ist dieser aus Gold. Er setzt sich auf eine Parkbank und entdeckt eine Flasche, in der sich etwas rührt. Als er den Stöpsel entfernt, kommt ein Geist zum Vorschein. Dieser kommt aus dem Land der Ferne. Er fragt den Jungen, was er sich als Belohnung für die Befreiung aus der Flasche wünsche. Bosse nennt nur eine Antwort: „Nimm mich mit! Oh, nimm mich mit in das Land der Ferne. Dort ist jemand, der auf mich wartet.“ Der Geist zweifelt erst, doch als er den Goldapfel sieht, ruft er: „Du bist der, den ich holen soll.“ Gemeinsam brechen sie ins Land der Ferne auf.

Sie fliegen an den Sternen vorbei, bis Bosse weit unten eine grüne Insel entdeckt: das „Land der Ferne“. Unten am Strand steht sein Vater, der König des Landes. Zusammen mit seinem Freund Jum-Jum, einer Verkörperung seines Freundes Benka, befreit Bosse als Prinz Mio das Reich des Vaters vom Herrscher des „Landes Außerhalb“, dem bösen Ritter Kato mit dem steinernen Herzen, der viele Kinder aus dem paradiesischen „Land der Ferne“ entführt hatte. Es gelingt Mio und Jum-Jum, die Menschen und das Land von Ritter Kato zu erlösen.